Wudang 2013 166

Der Daoismus ist eine Philosophie und Weltanschauung, die seit über 3000 Jahren in China existiert. Der Ur-Daoismus ist schamanisch und erkennt die Eingewobenheit des Menschen in die Natur. Alles ist eins und alles entsteht aus demselben Urgrund, zu dem es wieder zurückkehrt.
Der „Klassiker vom Dao und seiner Wirkkraft“, das „Daodejing“ (Tao Te King) von Laozi (Lao Tse) ist neben den Werken von Zhuangzi und Liezi die Standartschrift der Daoisten.

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Natürlichkeit, Spontaneität und Wandlungsfähigkeit sowie „Nicht Anhaften und nicht Eingreifen“ gehören zu den Hauptaussagen. Ebenso: „Das Weiche besiegt das Harte“- Dieses Prinzip ist auch Grundlage der Wudang-Kampfkunst.
Das Dao als Philosophie ist fern von einer personifizierten Gottesvorstellung. Trotzdem sind im Laufe der Zeit spirituelle Weise, sogenannte „Unsterbliche“ und Natur-und Hausgeister zu einem Pantheon an Göttern gewachsen, was dazu führte, dass der Daoismus auch als Volksreligion gelebt wird.
Neben dem Konfuzianismus und dem aus Indien stammenden Buddhismus, ist der Daoismus die authentischste der chinesischen Weltauffassungen. Die Befreiung des Denkens und des Geistes ist Inhalt dieser offenen, nichts ausschließenden Denk-und Lebensweise. Da daoistische Weise stets hohe gesellschaftliche Anerkennung besaßen, konnten sie eine wichtige Rolle in der chinesischen Geschichte einnehmen: die des sozialen Protestes.
Thomas Cleary bezeichnet das daoistische, meist im Verborgenen Wirken als „weibliches Hegen“ – im Gegensatz zum „maskulinen Autoritarismus“ des Konfuzianismus. Beide Tendenzen findet man bis heute in China.
Gelebter Daoismus zeigt sich im Wohlwollen und Dienst an der Öffentlichkeit (z.B. Heilkunst). Gelehrt werden neben den klassischen Schriften Rituale, Musik, Kalligraphie und Kampfkunst.

Dao Nonnen

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